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Wer erzählt unsere Geschichte? – Lesung mit Gregor Eisenhauer und musikalischer Umrahmung

By 29. Februar 2020 No Comments

Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit
in Würzburg und Unterfranken e.V. lädt Sie herzlich ein:
„Wer erzählt unsere Geschichte?!
Lesung mit Gregor Eisenhauer und musikalischer Umrahmung

05 . März 2020 um 19.30 Uhr im David-Schuster-Saal
im jüdischen Gemeinde -und Kulturzentrum Shalom Europa,
Valentin-Becker-Straße 11, Würzburg

Warum findet das Böse so viel Aufmerksamkeit und
das Gute so wenig Lobredner? Warum gibt es so viele
Bücher über die Täter und so wenige über die Opfer?
Weil die Geschichtsschreibung ungerecht ist. Historiker
lassen sich gern blenden. Sie paktieren mit den
Siegern, mit den Selbstherrlichen, im Guten wie im
Bösen. Der Religionsstifter Luther wird gefeiert, aber
der Toten der Religionskriege nur selten gedacht. Den
Feldherren Napoleon rühmen viele, aber die Opfer
seiner Kriege sind vergessen. Von dem unseligen
Ruhm der Tyrannen des zwanzigsten Jahrhunderts
ganz zu schweigen.

Gregor Eisenhauer, geboren 1960 in Mosbach,
studierte Geschichte und Literaturwissenschaft
in Heidelberg, promovierte 1990 über
Arno Schmidt und arbeitet seitdem als freier
Autor. Er lebt in Würzburg und Berlin, wo er
für den „Tagesspiegel“ seit zwanzig Jahren
Nachrufe schreibt – nicht über Prominente,
sondern über die „Helden des Alltags“. Zuletzt
als Buch erschienen: „Wie wir die Angst vor
der Angst verlieren. Furchtlos in 7 Tagen.“
Wie können wir an die erinnern, die immer
nur übergangen werden? Indem wir ihre
Geschichte erzählen. Denn jede Geschichte
kann uns anrühren, wenn sie etwas Wahres
zur Sprache bringt. Und jeder von uns kennt
mindestens einen anderen Menschen, der seine
ganz eigene Geschichte verdient hätte. Wir
müssen nur den Mut aufbringen, sie zu erzählen.
Denn ein solches Porträt, so skizzenhaft
es auch gezeichnet sein mag, ist lebendiger als
jedes steinerne Denkmal.

Klaviermusik von Lidia Piskareva-Vasilyeva