WER WIR SIND, WAS WIR WOLLEN

Unser oberstes Ziel ist eine von Vertrauen getragene Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde in Würzburg und Unterfranken.

Es geht uns zunächst nicht um einen "Dialog" über Themen jüdischer und christlicher Weltanschauung, sondern um die Entdeckung und Wahrnehmung von Möglichkeiten einer praktischen und unaufdringlichen Teilnahme an den drängenden Aufgaben, welche die Jüdische Gemeinde in Würzburg und Unterfranken heute zu bewältigen hat. Daher begreifen wir uns auch als Kreis von Freunden und Förderern für das neue jüdische Gemeinde- und Kulturzentrum "Shalom Europa".

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es besser ist, mit Juden als über Juden zu reden.

Deshalb bemühen wir uns, Jüdisches von Juden zu erfahren, die selbst ihr Judentum leben und nach Möglichkeit Verantwortung in einer jüdischen Gemeinde tragen. Überhaupt achten wir darauf, dass bei uns nur kundige und überzeugende Vermittler über Juden und Judentum reden.

Nach dieser Maßgabe organisieren wir auch kostenlose Führungen durch das Jüdische Gemeindezentrum mit seiner Synagoge und seinem Museum in der Valentin-Becker-Straße 11. Die dafür notwendigen Fachleute bilden wir in mehrmonatigen Kursen aus. Und, wir sorgen für deren Fortbildung.

Wir vertreten die Überzeugung, dass sich jeder Versuch einer grundlegenden Erneuerung des Verhältnisses zwischen Juden und Christen daran entscheiden muss, mit welcher Redlichkeit sich die Christen zum Tod der sechs Millionen Juden stellen, die inmitten einer christlichen Umgebung in der Schoa ermordet wurden.

Wir betrachten es als unsere Aufgabe, das Grauen vor der Möglichkeit wach zu halten, dass so etwas noch einmal geschehen kann.

Deshalb beobachten wir mit großer Sorge verschiedene Erscheinungsweisen eines neuen Rechtsradikalismus in Deutschland. Wir stellen uns mit Entschiedenheit auf die Seite all derer, die jede Ausgrenzung durch religiöse Intoleranz, durch Nationalismus oder Rassismus als Vergehen gegen die Menschlichkeit verurteilen und bekämpfen.

Wir wissen, dass die jahrhundertealte christliche Judenfeindschaft mit dazu geführt hat, dass Christen in den Jahren des Dritten Reiches kaum Widerstand gegen die Judenvernichtung geleistet haben. Allzu lang gehörte Judenfeindschaft zur praktizierten Christlichkeit.

Deshalb ist es unser Anliegen, dafür einzutreten, dass in der kirchlichen Verkündigung und in der schulischen Unterweisung die Informationen über Juden und über Judentum frei bleiben von überholten Vorurteilen und falschen Darstellungen.

Dabei helfen wir den Verantwortlichen in christlichen Gemeinden und Schulen durch Beratung, bei der Vorbereitung von Veranstaltungen und sonstige Unterstützung.

Wir setzen uns dafür ein, dass die theologischen Traditionen des Judentums gerade in ihrer unterscheidbaren Eigenständigkeit die uneingeschränkte Anerkennung der christlichen Kirchen finden.

Deshalb wenden wir uns gegen jede Judenmission. Denn zu den Voraussetzungen kirchlicher Judenmission gehört die Annahme, dass es nur ein christliches Heil für die Juden geben könne.
Druckversion Druckversion | Sitemap
© 2007-2017